Ox-Fanzine / Ausgabe #70

Österreich hat ja lange ein gewisses Punkrock-Problem gehabt: bis auf eine Handvoll Klassiker gab's in den 80ern kaum was, dann rollte eine erste Hardcore-Welle über einige Städte, aber erst während der letzten Jahre sprießen Bands aller Genres so richtig aus dem Boden und haufenweise neue, äußerst umtriebige Labels wurden in den letzten fünf, zehn Jahren gegründet. Diese Situation führt erfreulicherweise auch dazu, dass die unterschiedlichen Sub-Szenen noch mehr miteinander zu tun haben als in anderen Ländern. Und so finden sich auf dem Wiener Burnside Label, welches sich eigentlich eher oldschooligem HC verschrieben hat, unter anderem auch die Rock'n'Roller von DEALER, welche ihrerseits ihre Seelen jenem Teufel verscherbelt haben, in dessen Heimstatt alle verblichenen Hard- und Schweinerocker schmoren. Die fünf Linzer legen bereits ihren zweiten Longplayer vor und zeigen, dass man auch in gefährlicher Nähe zu den Alpen bereits weiß, wie man altbewährte Licks so aufmöbelt, dass es wieder richtig Spaß macht. (42:42) (8) (Simon Loidl)

XNAI E-zine

Oh yeah, klassischer, simpler Rock (mit ein klein wenig Punk) aus Linz, wie geil. Dealer hören sich an, als ob sie in den 70ern/80ern stecken geblieben wären. Ordentlich rockende Lieder, die meistens sofort ins Ohr gehen und Hitqualitäten haben – toll, dass es so etwas auch in Österreich gibt. Dazu geben sich die Bandmitglieder auch noch so toll beknackte Namen wie Phil M. Up, Winnetou oder Maks Eastwood. Klar, dass dann auch in den Liedern die Klischees weitergeführt werden: „Dr. Dealgood“, „Cocaine Woman“ oder „Rocky Monday“ wären ein paar Songtitel. „Clear Black Night Confession“ oder „Big Cups And Refills“ zum Beispiel sind zwei Aushängeschilder von „Backdoor Business“: total eingängig, ordentlich rockend, Songs zum Posen. Jedermanns Sache ist das zwar sicherlich nicht, aber gut trotzdem. Und wer mit Rock etwas anfangen kann, ist bei Dealer sicherlich sehr gut aufgehoben. Fazit: Rock, Rock, Rock!!! Dealer stehen ihren internationalen Kollegen (wie diversen Bands aus Skandinavien oder den deutschen Rock ’n’ Roll Stormtroopers und so weiter) in nichts nach. Lieder, die man schnell mitsingen kann, die die gängigen Klischees bedienen und vor allem ordentlich rocken – toll (nur der Sound ist etwas zu flach). (Thomas)

ROCK & METALMAGAZIN ADL.at Juni 06

.Noch nie von der Band Dealer gehört? Das solltet ihr ändern. Angesiedelt irgendwo zwischen Black Label Society, Cinderella und Guns'n'Roses (Als es noch Guns'n'Roses war), kommt bei dem Output vieles auf, aber selten Langeweile. Auch wenn der Opener "Rocky Monday" nicht sofort zünden will. Beim Folgetrack "Clear Back Night Confession" geht dann schon entschieden mehr weiter und bringt so manchen Fuß zum wippen. Die 5 Jungs aus Linz liefern mit Backdoor Business sicher kein 08/15 Album ab, jedoch fehlt es an dem einen besonderen Kracher auf der Platte. Ausflüge in den Punkrock bekommt man ebenfalls frei Haus geliefert mit dem Tack "Candy Man", in dem man ein Solo findet, an dem Lemmy seine Freude hätte. Schnell und kurz. Denn ein Solo darf nicht länger dauern als das Zischen, wenn man eine Bierflasche öffnet laut Lemmy.
Ich muss zugeben, dass man dem Album 2-3 durchläufe geben muss, damit einem die Mucke dann endgültig gefällt, auch wenn wir hier nicht von kompliziertem Prog reden. Dennoch sollte die CD im Silberscheibenrotationsgerät einige Runden drehen, bevor man komplett von den Qualitäten überzeugt ist. Die Nummer "Big Cups And Refills" lässt zu beginn sehr an "Live Wire" von Mötley Crüe erinnern. Jedoch weise ich hier Plagiatsvorwürfe von der Hand. Denn Roger Glover sagte einst sinngemäß: Es gibt kein Riff und keine Melodie, die noch nicht da war. Man kann alles nur noch neu interpretieren (das wusste sogar schon J. S. Bach vor ca. 300 Jahren, Anm. d. Ed.).
Welche Eindrücke hinterlässt nun das Album? Wahrlich keine schlechten. Angefangen vom Cover, auf dem eine Dame ein mit Rotem Licht erfülltes Zimmer betritt und dem Namen des Albums eine schöne Zweideutigkeit verleiht, bis hin zum Track "Comes The Man", der als einer der wenigen sofort zündet. Der Fünfer aus Linz hat trotz anfänglichen Zweifeln bewiesen, dass sie eine Band mit Potenzial sind und gute Musik machen können. Natürlich ist es nicht das beste, was 2006 auf den Markt kam, aber im oberen Drittel sehe ich Dealer auf alle Fälle. Musik leicht über dem Durchschnitt. Deswegen kommt auch keine Langeweile auf bei dem ganzen. Denn ein Sänger der sich Phil M. Up nennt, hat zumindest mal meine Aufmerksamkeit erregt. Und einen Indianer am Bass sieht man ansonsten nur bei den Southern Rockern von Blackfoot. Mit dem Kauf von Backdoor Business kann man nichts falsch machen und nach Durchlauf Nummer vier finde ich das Album mittlerweile richtig geil! - Gibson

WASTE OF MIND Mai 06

Dealer - Backdoor Business (Burnside Records)
Stil: Glam-/Hair/-Hardrock
Es ist nicht böse gemeint, wenn ich schreibe das ich erst Mal laut lachen musste als der erste Song der neuen Scheibe von DEALER aus Graz/ Österreich aus meinen Boxen tönte. Nach dem Photo zu urteilen hätte ich mal auf skandinavisch geprägten Punk'n'Roll getippt, aber statt dessen gibt es klassischen 80er Jahre Hair Rock. Von den Songs her sind sie sicherlich nicht allzu weit von den ganzen RetroRock Bands entfernt die sich die Ende 70er / Anfang 80er vornehmen, wäre da nicht der Gesang. In bester Glam/ Hardrock Manier ist er recht hoch und klingt so, als ob jemand absichtlich die Stimme verstellt und zumindest ich muss um an die ganzen Bands denken, die sich damals wie Frauen auftuppiert und geschminkt haben. "Backdoor Business" ist ein Scheibe die auch schon 20 Jahre alt sein könnte und wer auf den Sound steht kann ruhig ein Ohr riskieren, da ihn DEALER orginalgetreu umsetzen ohne dabei so lächerlich auszusehen wie die Bands damals. Mit 14 zu meiner Hardrockzeit hätte mir die Platte sicherlich gefallen, heutzutage kann ich aber rein gar nichts mehr damit anfangen... Kai Wydra -/10

ARISING REALM MAGAZINE April 06

Dealer – „Backdoor Business“
(Burnside Rec./Rebeat)
Linz spuckt dieser Tage große Töne, die in rockiger Art und Weise aus den Boxen schallen. Angesiedelt ist das Ganze von der Stilrichtung her im 70er/80er Gewand und macht beim ersten Durchgang einen soliden Eindruck. Für Freunde des Genres könnte das Ganze durchaus interessant klingen, wäre da nicht der gewisse Feinschliff, den die Band mit „Backdoor Business“ nicht wirklich erreicht. Man merkt, dass gute Ansätze vorhanden sind, aber hier kann auch noch einiges weiter ausgebaut werden. Der Großteil der Lieder hält sich im Midtempo-Bereich auf, doch spätestens bei „Candy Man“ wird dem Hörer klar, dass es auch schneller geht. Ich kann schon mal jetzt prognostizieren, dass „Backdoor Business“ sicher nicht das Album des Jahre 2006 werden wird, aber eine anständige Leistung ist es allemal, was die Österreicher hier vorlegen.
April 26th 2006
Reviewer: Iris Wilke

KAPUZINE April 06

Dealer – „Backdoor Business“ CD
13 Records
Die Linzer Rock-Formation Dealer legt mit „Backdoor Business“ ihren zweiten Longplayer vor und überrascht gleich auf mehreren Ebenen. Orientierte sich die Band musikalisch beim Debut Album „Rocks Off“ noch ein wenig anhand niedergetrampelter Wegweiser, aufgestellt in der Wüste von diversen 90ies Stoner Bands, folgen Dealer mittlerweile nur noch der eigenen, erfahrenen Nase und entdecken auf diesem Wege scheinbar mühelos die Essenzen des guten, klassischen Rocksongs wieder. Das Songwriting darf als wohl überlegt und gleichzeitig Ziel bewusst simpel, ergo als kompakt umschrieben werden. Die Produktion besticht durch den Verzicht auf technische Schönfärberei und ist in einer Art Referenz an diverse Rock und Soul Platten der diesbezüglich glorreichen 60ies und 70ies als bewusst eingesetztes, künstlerisches Tool zu werten. Ähnlich kann der pointierte Einsatz von diversen GastmusikerInnen und ihrem Instrumentarium gelesen werden. Überraschend auch, wie Mid-Tempo-lastig dieses Album geworden ist, was den Verdacht nahe legt, Dealer wüssten als eine der wenigen österreichischen Bands mit dem Erbe von Creedance Clearwater Revival und The Rolling Stones umzugehen. Klar, dass sich die ambitionierte Sängerschaft bei Dealer auch mit Genuss (und dem nötigen Augenzwinkern) auf inhaltliche Standards wirft und mit Titeln wie „Big Cups and Refills“, „Dr.Dealgood“ oder „Cocaine Woman“ selbstreferenziell unterstreicht, dass ihr Motto niemals „Ringelpiez mit Anfassen, Limo and Disco-Pop“ lauten kann. „Support your local Dealer“ muss hier, aber auch für Sie zu Hause der Schluss daraus heißen.
MMMath Mafia

SCARRED FOR LIVE April 06

Menschen, die ihr musikalisches Schaffen ganz und gar der traditionellen Rockmusik widmen, genießen bei mir nicht selten hohes Ansehen. Auch Dealer aus Linz haben offensichtlich Bock auf klassische Gitarrenklänge und legen sicherlich gerne mal eine Scheibe von Thin Lizzy, Kiss oder Bad Company auf den Plattenteller... So verwundert es nicht, dass sich die 11 auf „Backdoor Business“ enthaltenen Songs stark an den musikalischen Vorbildern orientieren, was auch nicht weiter schlimm wäre, wenn dies nicht spürbar zu Lasten der eigenen Identität gehen würde. Zu oft fühlt man sich bei Stücken wie „Aces And Hearts“ oder „Comes The Man“ an die „Originale“ aus den Siebzigern erinnert, und zu wenig eigene Ideen tun sich auf. Darüber hinaus fehlt es den Kompositionen streckenweise noch an griffigen, mitreißenden Elementen, die einem längerfristig im Gedächtnis bleiben. Fazit: Sowohl der gute Musikgeschmack, als auch das nötige Potential sind vorhanden – am Feinschliff sollten Dealer aber noch etwas feilen. Doc (Burnside Records)